Svenja Stadler, MdB, ist neue Kuratoriumsvorsitzende im Müttergenesungswerk

Berlin, 5. November 2019. Svenja Stadler, Bundestagsabgeordnete für den Landkreis Harburg, wurde einstimmig zur neuen Vorsitzenden des Kuratoriums der Elly Heuss-Knapp-Stiftung, Deutsches Müttergenesungswerk (MGW) gewählt. Bereits seit einem Jahr engagiert sich die Bundestagsabgeordnete (SPD) aus Niedersachsen ehrenamtlich als eine von fünf unabhängigen Kuratorinnen für das MGW.
Familien stärken: Svenja Stadler freut sich auf die neue Aufgabe „Ich freue mich, den gesellschaftlich so wichtigen Leitgedanken von Elly Heuss-Knapp – die Gesundheit von Müttern Vätern und Pflegenden – weiter tragen und mitgestalten zu können“, so Svenja Stadler. „Durch meine tägliche Arbeit weiß ich, wie wichtig es ist, die richtigen Voraussetzungen für Familien zu schaffen, damit unsere Gesellschaft weiterhin stabil wachsen kann.“
Als ordentliches Mitglied im Bundestagsausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugendliche sowie zweifache Mutter, ist Svenja Stadler den Zielen des Müttergenesungswerks nicht nur fachlich, sondern auch persönlich verbunden. Sie setzt sich für die Stärkung von Familien, die Gleichstellung von Frauen und Männern und für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein.
Den Wandel mitgestalten: Das Müttergenesungswerk feiert 2020 seinen 70. Geburtstag und wird zum Jubiläum mit einem neuen Corporate Design erscheinen. Ganz im Sinne der Stifterin möchte das Müttergenesungswerk damit kreativ und zukunftsweisend für eine hohe öffentliche Wahrnehmung des Stiftungszwecks sorgen – und so die Unterstützung von Müttern, Vätern und pflegenden Angehörigen sichern.
Als ausgebildete Werbekauffrau und PR-Beraterin ist Svenja Stadler bestens mit den modernen Kommunikationsmethoden vertraut und weiß, wie wichtig es ist, Netzwerke zu nutzen, um die Stiftungsarbeit in die Zukunft zu führen.
Svenja Stadler hat den Kuratoriumsvorsitz von Dr. Kirsten Soyke übernommen, die in ihrer dreijährigen Amtszeit u.a. die Erneuerung der Marke und einen Strategieprozess auf den Weg gebracht hat.


Weitere Informationen und Kontakt:
Elly Heuss-Knapp-Stiftung Deutsches Müttergenesungswerk
Isabel von Vegesack, Leiterin Öffentlichkeitsarbeit
Bergstraße 63, 10115 Berlin
Tel.: 030 330029-15
Fax: 030 330029-20
presse@muettergenesungswerk.de
www.muettergenesungswerk.de
Facebook: @muettergenesungswerk
Instagram: @muettergenesungswerk_mgw
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Müttergenesungswerk legt Datenreport vor: Mütter und Väter sehr belastet

Müttergenesungswerk fordert gesetzlichen Anspruch auf Kurberatung

Berlin, 11. Juli 2019. Im Jahr 2018 wurden 131.000 Mütter und 6.000 Väter in den rund 1.200 Beratungsstellen bei den Wohlfahrtsverbänden im Verbund des Müttergenesungswerks (MGW) beraten und 65.000 von ihnen schließlich bei einem Kurantrag unterstützt – mehr als im Vorjahr. Der Trend zeigt, dass ein hoher Bedarf für die niedrigschwellige kompetente Beratung bei der Beantragung einer Mutter- oder Vater-Kind-Kur besteht und stark nachgefragt wird.
Warum brauchen Mütter und Väter eine Kur?
Rund 50.000 Mütter und Väter nehmen an Mütterkuren, Mutter-Kind-Kuren oder Vater-Kind-Kuren in den Kliniken im Müttergenesungswerk teil. Befragungen des MGW zeigen, dass sie aus einem Katalog an gesundheitlichen Störungen durchschnittlich fünf bis acht angeben. Am häufigsten werden starke Erschöpfung, Schlafstörungen und Rückenbeschwerden genannt. Gefragt nach den Belastungen im Alltag, werden im Schnitt vier bis fünf angegeben: Insbesondere ständiger Zeitdruck und die mangelnde Vereinbarkeit von Familie und Beruf belasten Mütter und Väter. 83 Prozent der Mütter sind erwerbstätig, fast 50 Prozent in Teilzeit – daneben sind sie in den meisten Fällen die Hauptverantwortlichen für Haushalt und die Organisation der Familie. Das belastet und kann krankmachen, insbesondere wenn die Anerkennung dafür fehlt, wie bis zu 37 Prozent der Mütter angeben.
Väter arbeiten zu 76 Prozent Vollzeit. Sie belastet vor allem die Herausforderung, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen. In den Kuren geben Väter häufig an, vor allem die Beziehung zu ihren Kindern stärken zu wollen. Mütter haben häufig das Bedürfnis, stressfreie Zeit für sich alleine und mit ihren Kindern zu bekommen.
Beratungsstellen unterstützen Mütter und Väter – und sind erfolgreich
Anne Schilling, Geschäftsführerin des MGW, betont: „Kuranträge über Beratungsstellen haben eine hohe Erfolgsquote. Durch ihre Kompetenz und ihren Einblick erreichen die Beraterinnen und Berater eine deutlich geringere Ablehnungsquote.“ In den Beratungsstellen im MGW-Verbund liegt diese seit drei Jahren bei konstanten 11 Prozent, während die Statistik der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) einen Wert von 16,5 Prozent ausweist. Dies zeigt die hohe Bedeutung der Beratungsstellen bei der kostenlosen Unterstützung der betroffenen Mütter und Väter. Bei einer Ablehnung des Kurantrags helfen sie zudem bei einem Widerspruch. Und dies zahlt sich aus: 70 Prozent der Widersprüche waren 2018 erfolgreich.
Im Schnitt werden Mütter und Väter von ihrer Beratungsstelle drei bis fünf Stunden unterstützt – und dies in einem ganzheitlichen Prozess, der die individuelle Lebenssituation und die Bedürfnisse in den Fokus stellt. Das schließt die eventuelle Unterstützung durch Spendenmittel ein, damit die Kur überhaupt angetreten werden kann. Nachsorgeangebote runden die Beratung ab.
Väter müssen besonders um ihre Kur kämpfen: Die Ablehnungsquote ist mit 17 Prozent höher als bei den Müttern. Im Widerspruchsverfahren und mit Unterstützung der Beratungsstellen sind 66 Prozent der Widersprüche erfolgreich.


Müttergenesungswerk fordert gesetzlichen Anspruch auf Kurberatung
Kuren für Mütter und Väter sind das einzige spezifische gesundheitliche Versorgungsangebot für Familien. Alle Erfahrungen der vergangenen Jahre zeigen den hohen Bedarf der Betroffenen. Das Müttergenesungswerk fordert deshalb den gesetzlichen Anspruch von Müttern und Vätern auf Beratung vor und nach der Kur. Denn trotz des steigenden Bedarfs und der hohen Zahl an Beratungen sinkt das kostenlose Beratungsangebot bei den Wohlfahrtsverbänden stetig. Der Grund: Es gibt keine öffentliche Finanzierung und keine gesetzliche Grundlage für die Arbeit der Beratungsstellen. Das Müttergenesungswerk hat 2018 dieses Thema in den politischen Raum getragen und wird sich im Sinne der Mütter und Väter politisch dafür einsetzen.
Weitere Informationen stehen im Datenreport 2019 oder auf der Website unter www.muettergenesungswerk.de.
Weitere Informationen und Kontakt:
Elly Heuss-Knapp-Stiftung, Deutsches Müttergenesungswerk
Anita Strüby, Leiterin Öffentlichkeitsarbeit
Bergstraße 63, 10115 Berlin Tel.: 030/33 00 29-15 Fax: 030/33 00 29-20
presse@muettergenesungswerk.de
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Müttergenesungswerk: Hoher Bedarf an Kurmaßnahmen für Mütter und Väter

Berlin, 31. Oktober 2018. Das Müttergenesungswerk (MGW) freut sich, dass es in den letzten Jahren gelungen ist, das Antragsverfahren für Mütterkuren, Mutter-Kind-Kuren und auch Vater-Kind-Kuren zu stabilisieren. Die Ablehnungsquote beträgt zurzeit 11 Prozent, wobei im Wider-spruchsverfahren rund zwei Drittel doch noch bewilligt werden.
Mehr als 130.000 Mütter und Väter werden jährlich in den rund 1.200 Beratungsstellen im Ver-bund des Müttergenesungswerks kostenlos beraten, mehr als 60.000 Anträge von Müttern und Vätern werden hier unterstützt. Der Beratungsbedarf ist gleichbleibend hoch. Die Anzahl der Beratungsstellen ist hingegen rückläufig, weil es bislang keinerlei Gegenfinanzierung gibt. Anne Schilling, Geschäftsführerin des Müttergenesungswerks, nennt diese Situation „eine Herausfor-derung, für die wir in politische Gespräche gehen, um das Beratungsangebot zu sichern. Viele Mütter und Väter brauchen diese Unterstützung.“
Die sich wandelnden Familienstrukturen bieten für Frauen und Männer neue Wege der Verein-barkeit von Familie und Beruf. Die Zahlen des Müttergenesungswerks zeigen jedoch, dass so-wohl 75 Prozent der Mütter als auch 63 Prozent der Väter den ständigen Zeitdruck als Belastung empfinden. Über 80 Prozent der Mütter sind berufstätig, meist leisten sie jedoch zusätzlich den Hauptteil der Familienarbeit zu Hause: Einkauf, Wäsche, Kindererziehung und die Pflege von Angehörigen liegen größtenteils in ihren Händen. Doch auch die Väter, von denen 73 Prozent – meist in Vollzeit – die Hauptverdiener der Familie sind, empfinden die Vereinbarkeit von Fa-milie und Beruf als belastend.
Viele Mütter und Väter kommen an ihre Grenzen und werden krank. Insbesondere Mütter nen-nen seit Jahren die mangelnde Anerkennung ihrer Arbeit für die Familie als eine Belastung. Die Folge ist eine Schwächung des sozialen Systems Familie und damit auch der Kinder. Genau dort setzen die Kurmaßnahmen im Müttergenesungswerk an. Durch die Therapeutische Kette aus Vorsorge, Kurmaßnahme und Nachsorge werden Mütter und Väter ganzheitlich unterstützt. In den Kurkliniken ist die psychosoziale Therapie mit der Einbeziehung von Geschlechterrollen und Erwartungen ein wichtiger Baustein, wenn es um Verantwortung und Strategien für den gesunden Alltag zu Hause geht.
Anne Schilling betont die Chancen und die Nachhaltigkeit dieser Kurmaßnahmen, die viele Be-troffene als „lebensverändernd“ bezeichnen. „Wir wissen aus Beratungsstellen und Kliniken, dass gerade Mütter lange warten bis sie sich Hilfe holen. Deshalb ermutigen wir belastete Mütter und auch Väter, die aktuell guten Chancen für die Bewilligung der Kuranträge zu nutzen. Die eigene Gesundheit in den Blick zu nehmen und Unterstützung für den belastenden Alltag zu finden, stabilisiert das System Familie.“
Erste Anlaufstelle und eine kostenlose Beratung zu allen Fragen rund um die Kurmaßnahme bieten die rund 1.200 Beratungsstellen im Verbund des Müttergenesungswerks, die es zu stärken gilt.


Weitere Informationen und Kontakt:
Elly Heuss-Knapp-Stiftung, Deutsches Müttergenesungswerk
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Erstmalig bundesweit einheitliche Attestformulare

Ein großer Erfolg der Arbeit des Müttergenesungswerks für Mütter/Mutter-Kind- und Väter/Vater-Kind-Kuren
Berlin, 27. September 2018.
Ab dem 1. Oktober 2018 gelten zum ersten Mal bundesweit einheitliche Attestformulare für medizinische Vorsorgemaßnahmen für Mütter und Väter. Für Kinder mit einem Gesundheitsproblem, die in der Kurmaßnahme ebenfalls medizinisch behandelt werden sollen, wird zeitgleich das neue Formular „Ärztliches Attest Kind“ eingeführt.
„Mit dem neuen Attestformular haben wir zum ersten Mal bundesweit ein einheitliches Verfahren. Damit werden die Zugangsbedingungen für Mütter und Väter, die eine Kurmaßnahme benötigen, erneut verbessert und für die Betroffenen erleichtert. Ein großer Erfolg für unsere Arbeit für Mütter und Väter. Nun gilt es, die Umsetzung in die Praxis zu beobachten“, sagt Anne Schilling, Geschäftsführerin des Müttergenesungswerks (MGW).
Bereits seit 2012 verhandelt das Müttergenesungswerk mit dem GKV-Spitzenverband Bund der Krankenkassen über neue Atteste für Vorsorgemaßnahmen für Mütter und Väter. Das Ziel des Müttergenesungswerks ist es, für Mütterkuren, Mutter-Kind-Kuren und Väter/Vater-Kind-Kuren mehr Konstanz in die Entscheidungspraxis der Krankenkassen und mehr Vergleichbarkeit in das Antragsverfahren zu bringen. Außerdem wird damit der Selbstauskunftsbogen ersetzt.
Die neuen Attestformulare gelten für alle PatientInnen und können von den Arztpraxen per Praxisverwaltungssoftware oder Blankoformularbedruckung ausgestellt werden. Die rund 1.200 Beratungsstellen bei den Wohlfahrtsverbänden AWO, DRK, EVA (Diakonie), KAG (Caritas) und Parität im Müttergenesungswerk unterstützen Mütter und Väter beim Antrag und bei allen Fragen rund um die Kurmaßnahme. Jährlich werden über 60.000 Kuranträge von den Beratungsstellen im MGW-Verbund gestellt.


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Elly Heuss-Knapp-Stiftung, Deutsches Müttergenesungswerk
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Pflege bis zur Erschöpfung?

Müttergenesungswerk: Pflegende Angehörige brauchen Information und Ermutigung, wenn die Belastungen zu groß werden
Berlin, 11. Juli 2018.
Eine langjährige Forderung des Müttergenesungswerks (MGW) soll im neuen Pflegepersonal-Stärkungs-Gesetz (PpSG) umgesetzt werden: Leistungen zur medizinischen Rehabilitation für pflegende Angehörige vom Grundsatz „ambulant vor stationär“ auszunehmen. „Diese Ausnahmeregelung gilt bereits bei Kurmaßnahmen für Mütter und Väter, aus einem einfachen Grund: In einer Familie sind Mütter oder auch Väter 24 Stunden im Einsatz und entsprechend belastet. Ambulante Maßnahmen würden diese Belastung erhöhen und zusätzliche Organisation erfordern. Die Situation für pflegende Angehörige ist sehr vergleichbar“, so Anne Schilling, Geschäftsführerin des Müttergenesungswerks.
Seit 2012 ist der Anspruch auf Kurmaßnahmen zur Vorsorge und Rehabilitation für pflegende Angehörige explizit benannt – und sie können diese auch in Kliniken im Müttergenesungswerk durchführen. Dass nun im geplanten PpSG der Grundsatz „ambulant vor stationär“ fallen soll, ist ein wichtiger nächster Schritt. Aber: Diese Ausnahme muss analog auch für Vorsorgemaßnahmen gelten. Im aktuellen Entwurf des Gesetzes ist diese bisher nur für Rehabilitationsmaßnahmen vorgesehen.
Wir wissen, dass 70 Prozent aller Pflegebedürftigen zu Hause von Angehörigen gepflegt werden – überwiegend von Frauen. 22 Prozent der Frauen in den Mütter-Kliniken pflegen Angehörige. Und in den Mutter-Kind-Kliniken sind es schon über 10 Prozent der Mütter, die parallel Angehörige oder ihre behinderten oder chronisch kranken Kinder pflegen.
Besonders wichtig ist neben dem schnellen Weg zur stationären Kurmaßnahme jedoch vor allem die Information der Betroffenen: Pflegende Angehörige wissen oft nicht, dass sie einen Anspruch haben und wie sie zu einer Kur kommen. Zudem werden eigene Attestformulare für pflegende Angehörige benötigt und es ist wichtig, dass sie in den Statistiken der gesetzlichen Krankenkassen sichtbar werden.
„Wir wünschen uns mehr Informationen und tragen unseren Teil dazu bei“, führt Schilling aus. Das Müttergenesungswerk hat bereits eine Informationskampagne für Ärztinnen und Ärzten durchgeführt, um Hürden zu beseitigen. Aber auch die Pflegenden benötigen direkte Ermutigung und Hilfestellung. Dafür stellt das MGW u.a. einen Flyer und auch einen Informations-Clip zur Verfügung: www.muettergenesungswerk.de/kuren-fuer-pflegende.


Weitere Informationen und Kontakt:
Elly Heuss-Knapp-Stiftung, Deutsches Müttergenesungswerk
Bergstraße 63, 10115 Berlin
Ansprechpartnerin: Anne Schilling, Tel.: 030/33 00 29-0
presse@muettergenesungswerk.de Kurtelefon: 030/33 00 29-29
www.muettergenesungswerk.de
www.muettergenesungswerk.de/jetzt-spenden
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Altersarmut ist weiblich – Evangelische Organisationen zum Equal Pay Day

Stein, 15.03.2018 Mit einer gemeinsamen Positionsbestimmung haben mehrere evangelische Organisationen zur Lohnlücke zwischen Frauen und Männern Stellung bezogen. Anlass ist der Equal Pay Day – der Tag im Jahr, bis zu dem Frauen statistisch gesehen umsonst arbeiten. Er fällt in diesem Jahr auf den 18. März. In dem vom FrauenWerk Stein, der Diakonie Bayern, dem Kirchli-chen Dienst in der Arbeitswelt, den Evangelischen Frauen in Bayern und dem Referat für Chancengleichheit der Evangelischen Kirche in Bayern verabschiedeten Papier heißt es, eine "fatale Kombination aus traditioneller Arbeitsverteilung und fragmentierter Erberwerbsbiographie führt dazu, dass Frauen vor allem im Alter deutlich stärker von Armut bedroht sind als Männer."
Der so genannte "Gender Gap" beträgt dem Statistischen Bundesamt zufolge in Deutschland 21 Prozent. Im Alter wird der geschlechtsspezifische Unterschied zwischen Frauen und Männern sogar noch größer: So betrug die Altersrente 2016 bei den Männern im Durchschnitt 1.096 Euro, bei den rund 372.300 Neurentnern waren es rund 1.008 Euro. Die Höhe der durchschnittlichen Alters-rente bei den Frauen belief sich dagegen nur auf 665 Euro, die der 411.400 Neurentnerinnen auf 681 Euro. In keinem anderen OECD-Land ist das Gefälle zwischen Rentnerinnen und Rentnern so hoch. Die Rentenlücke – der "Gender Pension Gap" – liegt bei über 50 Prozent.
"Das Ziel der Gleichstellung von Frauen und Männern ist noch längst nicht erreicht – das zeigen der Equal Pay Gap und der Gender Pension Gap", so Michaela Wachsmuth, geschäftsführende Vor-ständin im FrauenWerk Stein. "Frauen müssen dafür weiter kämpfen". Nach Ansicht der zeichnenden Organisationen ist die "gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern in allen Lebensbereichen nach christlicher Überzeugung ein Gebot der Gerechtigkeit." Existenzsicherung und Anerkennung menschlicher Arbeit gehören nach evangelischer Auffassung zu den fundamentalen Bedingungen einer gerechten Gesellschaft. Im Positionspapier heißt es weiter: "Chancen- und Geschlechtergerechtigkeit sind zentrale Anliegen, für die wir gemeinsam eintreten."
Der "Equal Pay Day" bezeichnet den Aktionstag für Entgeltgleichheit zwischen Männern und Frauen. An diesem Tag wird auf den bestehenden Gender Pay Gap (GPG) – den geschlechterspezifischen Lohnunterschied – aufmerksam gemacht. Der Aktionstag markiert symbolisch den Tag, bis zu dem Frauen umsonst arbeiten, während Männer seit dem 1. Januar für ihre Arbeit bezahlt werden. 2018 ist der Equal Pay Day am 18. März.


Das vollständige Positionspapier sowie Interviews mit von Altersarmut bedrohten bzw. betroffenen Frauen finden Sie unter www.fachstelle-frauenarbeit.de


Hintergrund:
Das FrauenWerk Stein e.V. ist ein Verein in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern (ELKB). Die ELKB hat die evangelische Frauenarbeit an den Verein übertragen. Das FrauenWerk Stein versteht sich als Lobby für Fraueninteressen in der bayerischen Landeskirche.


Kontakt:
Dr. Andrea König, Leiterin der Fachstelle für Frauenarbeit, FrauenWerk Stein e.V. in der Evang.-Luth. Kirche in Bayern, Deutenbacher Str. 1, 90547 Stein, Fon: 0911 6806-135, Mail: koenig@frauenwerk-stein.de

 

 

 

100 Jahre Frauenwahlrecht: Elly Heuss-Knapp stärkte die Frauen

Die Gründerin des Müttergenesungswerks war eine politische Frau
Berlin, 25. Januar 2018. „Frauen werbt und wählt, jede Stimme zählt, jede Stimme wiegt, Frauenwille siegt!“ Mit diesem Slogan warb Elly Heuss-Knapp für die erste Wahl von Frauen nach Einführung des Frauenwahlrechts 1918. Zeit ihres Lebens war sie sozial und politisch engagiert und setzte sich v.a. für Frauen und Familien ein – gekrönt hat sie ihr Wirken viele Jahre später mit der Gründung des Müttergenesungswerks.
Am 25. Januar 1881, heute vor 137 Jahren, wurde Elly Heuss-Knapp, Deutschlands erste First Lady, in Straßburg geboren. Noch während ihrer Studienzeit begann sie, politische Vorträge zu halten. Als Frauen 1919 das erste Mal wählen durften, engagierte sie sich im überparteilichen Ausschuss der Frauenverbände für die Wahlkampagne. In einem Brief an ihre Schwester schrieb sie: "Jetzt bin ich sehr an der Arbeit; Propaganda für die Frauenverbände Deutschlands. Fabrik von Flugblättern, Versen etc. […]. Für Ausübung des Wahlrechts aller Frauen". Zudem ließ sie sich auch selbst als Kandidatin für die Wahl zur Nationalversammlung aufstellen.
Was damals ein Novum war, ist heute eine Selbstverständlichkeit. Auch in der Sozialpolitik hat Elly Heuss-Knapp Spuren hinterlassen. Mit der Gründung des Müttergenesungswerks 1950 wurde die Gesundheit von Müttern, ihre Belastungen und die Notwendigkeit von Kurmaßnahmen ein politisches Thema. 1989 ist es der Stiftung schließlich gelungen, diese Vorsorge- und Rehabilitationsmaßnahmen im Sozialgesetzbuch zu verankern. Heute sind Mütterkuren, Mutter-Kind-Kuren und auch Väter- und Vater-Kind-Kuren Pflichtleistungen der gesetzlichen Krankenkassen.
Die Vision der vernetzten Arbeit für die Gesundheit von Müttern führt das Müttergenesungswerk als gemeinnützige Stiftung im Verbund mit den Wohlfahrtsverbänden bzw. deren Fachverband/ Arbeitsgemeinschaft fort. Im Sinne von Elly Heuss-Knapp werden Mütter, Väter und pflegende Angehörige bei Kurmaßnahmen individuell – ggf. auch mit Spenden – unterstützt. Zudem setzt sich das Müttergenesungswerk strukturell und politisch für bessere Rahmenbedingungen ein.


Weitere Informationen und Kontakt:
Elly Heuss-Knapp-Stiftung, Deutsches Müttergenesungswerk
Bergstraße 63, 10115 Berlin
Ansprechpartnerin: Anne Schilling
Tel.: 030 3300290
presse@muettergenesungswerk.de
Kurtelefon: 030 33002929
www.muettergenesungswerk.de
www.muettergenesungswerk.de/jetzt-spenden


Spendenkonto: IBAN: DE13 7002

Müttergenesungswerk rät: Wunsch- und Wahlrecht bei Kurmaßnahmen nutzen

Berlin, 30. November 2017. Das Wunsch- und Wahlrecht der gesetzlich Versicherten wurde 2015 durch das GKV-Versorgungsstärkungsgesetz gestärkt und ausdrücklich auf Mütter- und Mutter-Kind-Kurmaßnahmen bzw. auch Vater-Kind-Kurmaßnahmen zur Vorsorge- und Rehabilitation ausgeweitet.
„Wir raten Müttern, dieses Recht den Krankenkassen gegenüber unbedingt wahrzunehmen und ihren Klinikwunsch mit dem Antrag einzureichen“, empfiehlt Anne Schilling, Geschäftsführerin des Müttergenesungswerkes. „Die Wahl der ‚richtigen‘ Klinik ist wichtige Voraussetzung für den gesundheitlichen und nachhaltigen Erfolg der Kurmaßnahme.“
Neben der medizinischen Indikation gibt es weitere wichtige Kriterien für die Klinikwahl: Zum Beispiel bestimmte Therapieformen, eine Spezialisierung oder auch Schwerpunktkurmaßnahmen aus dem psychosozialen Bereich, eine Kurmaßnahme an der ausschließlich Mütter teilnehmen, eine konfessionelle Klinik, Bedingungen der Kinderbetreuung oder auch die Größe oder die Entfernung der Klinik.
All diese Wünsche sind berechtigt und tragen zum Kurerfolg bei. Gesetzlich entscheiden Krankenkassen über die Bewilligung eines Kurantrags und über den Ort und Zeitpunkt einer Kurmaßnahme. Dabei sind sie jedoch verpflichtet, den „berechtigten Wünschen“ der Versicherten zu entsprechen. Die von der Krankenkasse bewilligte Kurmaßnahme muss „ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich“ sein. Doch das Wirtschaftlichkeitsgebot, mit dem die Krankenkassen argumentieren, bedeutet nicht, dass ausschließlich das billigste Angebot auszuwählen ist. Der Gesundheitserfolg steht im Vordergrund.
In der Praxis werden die Wünsche von Müttern mit dem Wirtschaftlichkeitsgebot allein auf den Preis reduziert. In der Begutachtungs-Richtlinie Vorsorge und Rehabilitation des Medizinischen Dienstes, die das Müttergenesungswerk 2012 mitverhandelt hat, wurde ausdrücklich formuliert, dass der Preis nicht das alleinige Kriterium sein darf. Inzwischen gibt es sogar Fälle, in denen Mütter von ihrer Krankenkasse eine eingeschränkte „Klinik-Liste“ erhalten, auf der Kliniken, die ggf. einen höheren Tagessatz haben, nicht enthalten sind. Teilweise werden Mütter auch aufgefordert, die Mehrkosten für die gewünschte Klinik zu übernehmen. Dies ist eindeutig rechtswidrig.
Das Müttergenesungswerk kritisiert diese Vorgehensweise und bittet Krankenkassen um eine verantwortungsvolle Umsetzung des Wunsch- und Wahlrechts im Sinne des Gesetzgebers. Für Mütter, die beim Kurantrag eigentlich schon keine Kraft mehr haben, ist diese Hürde hoch, betont Schilling. „Die Stärkung des Wunsch- und Wahlrechtes, die der Gesetzgeber bewusst gewollt hat, wird damit konterkariert. Gegebenenfalls bedarf es weiterer gesetzlicher Verbesserungen und Klarstellungen.“
Die bundesweit 1.200 Beratungsstellen bei den Wohlfahrtsverbänden im Verbund des Müttergenesungswerks unterstützen Mütter und Väter bei allen Fragen rund um die Kurmaßnahme, beim Antragsverfahren und auch bei der Vorbereitung auf die Kur bzw. bei der Nachsorge.
Weitere Informationen und Kontakt:
Elly Heuss-Knapp-Stiftung, Deutsches Müttergenesungswerk
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Ansprechpartnerin: Anne Schilling, Tel.: 030 3300290
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